Pilzkopf aus dem Barbershop


Vorsicht Ansteckung

Junger Mann bei der Rasur in einem Barbershop.
mauritius images / Antonio Gravante

Barbershops werden bei jungen Männern immer beliebter. Doch die traditionsreichen Pflegestudios haben einen Haken: Immer mehr Männer fangen sich beim Trimmen von Haupt- und Barthaar einen Hautpilz ein. Der Grund: mangelhafte Hygiene.

Entspanntes Trimmen und Barbieren

Barbershops sprießen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden. Während es im Jahr 2015 bundesweit noch etwa 250 gewesen sein sollen, schätzt man ihre Anzahl inzwischen auf über 1000. Und es werden immer mehr, denn das Trimmen und Barbieren in entspannter Atmosphäre ist bei Männern en vogue. Einen Nachteil hat das wieder entdeckte Pflegeritual: Viele Barbershops haben keine Routine bei der Reinigung ihrer Werkzeuge, und Hygienezertifikate sind für dieses Metier (noch) nicht erforderlich. Das führt dazu, dass in etlichen Shops ein hoch ansteckender Hautpilz sein Unwesen treiben kann: Trichophyton tonsurans.

Bisher wurde Trichophytans tonsurans vor allem als Ringerpilz bekannt. Durch den engen Hautkontakt infizieren sich Ringer nämlich besonders leicht damit. Begünstigend wirkt, dass es auch beschwerdefreie Pilzträger gibt. Sie geben den Pilz weiter, ohne selbst irgendwelche Anzeichen auf der Haut zu haben.

Schuppige Hautstellen am Hinterkopf

In den meisten Fällen macht sich der Ringerpilz allerdings bemerkbar: Es finden sich schuppige schuppige, raue Hautstellen und kleine Knötchen in der Haut, die nicht entzündlich sind und vor allem am Hinterkopf sitzen. Zudem brechen im betroffenen Bereich die Haare ab. Neben dem Hinterkopf kann der Pilz auch den Nacken, die Bartregion, den Hals und sogar den gesamten Körper befallen.

Die in letzter Zeit gehäuft vorkommenden Fälle betrafen vor allem junge Männer kurz nach der Rasur in einem Friseursalon oder Barbershop. Dort gelangen die Pilzsporen insbesondere durch kontaminierte Rasierwerkzeuge zu ihren neuen Opfern. Wird das Rasiergerät mit hohem Druck aufgesetzt und kein Abstandshalterkamm verwendet, können die Sporen durch kleinste Mikroverletzungen leicht in die Kopfhaut eindringen und sich dort vermehren.

Reinigung allein reicht nicht

Wer sich im Barbershop keinen Pilz einfangen möchte, sollte sich nach den dortigen Hygienemaßnahmen erkundigen. Die tägliche Reinigung der Werkzeuge reicht nicht aus, um Infektionen zu vermeiden. Stattdessen müsste man nach jedem Kunden die verwendeten Rasiergeräte und Kämme desinfizieren und regelmäßig eine Oberflächendesinfektion durchführen.

Hautärzt*innen fordern noch mehr, um die Verbreitung des hochinfektiösen Ringerpilzes zu bekämpfen: Betreiber von Barbershops sollen zu Hygieneanforderungen geschult und die Einrichtungen infektionshygienisch vom Gesundheitsamt überprüft werden. Außerdem plädieren viele Fachleute dafür, eine Meldepflicht für Hautpilzerkrankungen durch Trichophyton einzuführen.

Quellen: Springer Medizin, Altmeyers Enzyklopädie

Unser starker Partner

News

Sport hilft Kindern mit Autismus
Sport hilft Kindern mit Autismus

Von Tai Chi bis Trampolin

Bewegung tut gut – auch Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. Eine aktuelle Studienübersicht zeigt: Bestimmte Sportarten können Gleichgewicht, Koordination und motorische Fähigkeiten verbessern.   mehr

Mikronährstoffe fürs Herz
Ältere Person vor dem Einnehmen einer Tablette. Manche Mikronährstoffe können die Herzgesundheit fördern.

Nützlich oder schädlich?

Ob Nahrungsergänzungsmittel dabei helfen, Herz und Gefäße gesund zu halten, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Jetzt gibt es Hinweise, dass zumindest einige von ihnen doch vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen können.   mehr

Weniger Fleisch ist gesünder
Weniger Fleisch ist gesünder

Viele Vorteile für die Gesundheit

Was wäre, wenn….? Diese Frage hat sich ein amerikanisches Forscherteam in Bezug auf einen geringeren Fleischanteil in der Ernährung gestellt. Berechnungen am Modell haben erstaunliche Effekte auf die Gesundheit gezeigt.   mehr

Zum Check-up in die Röhre?
Zum Check-up in die Röhre?

Sinn und Unsinn von Ganzkörper-MRTs

Privatkliniken und Diagnostikzentren werben vermehrt mit MRTs für den gesamten Körper. Auf diese Weise sollen Erkrankungen früh entdeckt werden. Klingt verheißungsvoll, doch funktioniert das auch?    mehr

Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?

Gegen die Sucht

E-Zigaretten mit Nikotin unterstützen einen Rauchstopp offenbar etwas besser als Nikotinpflaster oder -kaugummis. Doch die Mehrheit schafft den Ausstieg auch damit nicht. Und ob E-Zigaretten langfristig beim Aufhören helfen, ist noch offen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Marien Apotheke
Inhaber Hubertus Mayr
Telefon 08203/95 28 09
E-Mail marienapotheke-grossaitingen@t-online.de