Erst die Wunde, dann die Wulst?


Was gegen Narben hilft
Erst die Wunde, dann die Wulst?

Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Sie ist in der Lage, sich nach Verletzungen selbst zu regenerieren. Bei Schäden in tieferen Hautschichten bleiben oft unschöne Narben zurück. Wie Sie diesen Narben vorbeugen und bereits vorhandene im Nachhinein mildern, erfahren Sie hier.

Silikon hemmt Narbenbildung

Unser gesamter Körper ist von einer schützenden Hautoberfläche bedeckt. Bei einem Erwachsenen wiegt sie durchschnittlich 14 Kilogramm und macht 20 Prozent seines Körpergewichtes aus. Die Haut bildet eine mechanische Barriere gegen schädliche Stoffe und Krankheitserreger und schützt den Körper vor Austrocknung. Nach Verletzungen regeneriert sich die Haut selbst und verschließt die Wunde durch neue Hautzellen. Sind tiefere Hautschichten betroffen, entstehen häufig rote, wulstige Narben.

Derzeit gibt es eine Vielzahl von Mitteln auf dem Markt, die versprechen, Narben wirksam zu mindern. „Bei den meisten Salben handelt es sich jedoch nur um reine Augenwischerei. Lediglich das regelmäßige Auftragen einer speziellen Silikonrezeptur bringt eine nachweisbare Wirkung mit sich“, erklärt Prof. Dr. Dr. Stefan Hillejan, Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands. Pflaster, Strips oder Gele mit diesem Silikon hemmen die Bindegewebszellen, die für Narbenbildung zuständig sind. So entsteht ein flacheres und damit weniger auffälliges Narbengewebe. Das funktioniert allerdings nur, wenn man die betroffene Stelle gleich nach dem Schließen der Wunde behandelt. Das Silikon muss zweimal täglich über mehrere Monate hinweg einwirken. Die Narbenbildung kann insgesamt bis zu zwei Jahre lang andauern.
Laser hellen Narben auf

Auch für bereits vorhandene Narben gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Abhängig von ihrer Größe und Beschaffenheit ist eine Lasertherapie möglich. Speziell an kleinflächigen Körperteilen, wie dem Gesicht, haben sich die präzisen und gewebeschonenden Laser bewährt. Mit dem so genannten Nd:YAG-Laser lassen sich beispielsweise Blutgefäße an der Narbenoberfläche verschließen. Dadurch erscheint das zuvor rote Narbengewebe deutlich heller. „Überschüssige, wulstartige Narbenpartien tragen wir bei Bedarf mit einem Ultrapuls- oder Kaltlichtlaser ab“, erklärt Dr. Hillejan von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover. Die Laserbehandlung findet unter örtlicher Betäubung statt und dauert je nach Lage der betroffenen Stelle zwischen 30 und 60 Minuten. Danach ist körperliche Anstrengung circa eine Woche lang zu vermeiden. Auf intensive Sonneneinstrahlung sollten Betroffene rund einen Monat lang verzichten.

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